Der April ist, was das Wetter angeht, ja bekanntlich etwas eigen. Und so kommt es dann vor, dass man merkwürdige Paare beobachtet: Gerade noch war es angenehm warm und sonnig, so dass die Blüten an den Bäumen ihre Knospen verlassen haben. Und am nächsten Tag sieht man den Schnee auf die Blüten fallen – er bleibt dort allerdings nicht lange, denn schon bald haben wir wieder strahlenden Sonnenschein. Vielleicht erzählt uns das Wetter hier eine tragische Liebesgeschichte?
Normalerweise begegnen sie einander nicht
doch heute seh ich sie zusammen
Die eine wie der Frühling
warm und sonnig
bunt und schön
Der andere wie Winter
kalt und nass
weiß und schwer
Nie würde sie ihn beachten
vielleicht einen Rest sehen
ein Häuflein in der Ecke
Selten sieht er sie
aus der Ecke heraus
während er schmilzt
Doch heute seh ich sie zusammen.
Er tanzt um sie
sieht ihre Schönheit
riecht ihren Duft
Er nähert sich ihr
berührt sie
legt seine Flocken auf sie
Vielleicht, wenn sie mich nahe sieht
Vielleicht, wenn sie meine Flocken betrachtet
Vielleicht, wenn sie meine Schönheit erkennt
dann kann ich bei ihr bleiben
denkt der Schnee
und schmilzt
Normalerweise begegnen sie einander nicht
doch heute sah ich sie zusammen
mh…. gefällt mir. =) schön greifbar ud irgendwie hat es was von „wahr“. ich mag solche konkreten und doch symbolischen/chiffrierten/gleichnishaften Texte.
Freut mich, dass es Dir gefällt. Aber muss ich mir Sorgen machen, dass der 1. Kommentar von einer Psychologin kommt?