Schuld

Aus der Tiefe rufe ich zu Dir

ich bin mir meiner Schuld bewusst

sie lastet auf mir wie Blei

wie eine Krankheit zerstört sie mich

Ich ertrinke in meiner eigenen Grube

gefüllt mit den Tränen über meine Sünde

Was mich von Dir trennt

trennt mich von mir selbst

Von mir selbst getrennt

bin ich alleine

ich finde keine Ruhe

ich suche Deinen Frieden

Vergib mir!

Veröffentlicht in:  on 11. August 2009 at 0:43 Kommentare (1)

Am Ziel

Für meinen Großvater, der die meisten seiner 90 Lebensjahre mit Gott und zu Gott gegangen ist.

Ein Leben lang gelaufen

Alles dafür eingesetzt

Immer auf dem Weg geblieben

Vielleicht gestolpert, gefallen

Doch immer wieder aufgerichtet

Angetrieben von der Hoffnung

Gestärkt durch die Liebe

Im Glauben an den Sieg

Gewonnen.

Veröffentlicht in:  on 3. Mai 2009 at 16:15 Kommentar schreiben

Immanuel

Du liebst – mich
Du kommst – zu mir
Du trauerst – um mich
Du leidest – mit mir
Du stirbst – für mich
Ich lebe – durch Dich
ich gehe – mit Dir

Veröffentlicht in:  on 8. April 2009 at 23:01 Kommentar schreiben

Winter

Leider scheint die sonnige Zeit vorbei zu sein, und der Winter zeigt seine unschöne Seite. Ich kann mich nicht entscheiden, zu welcher Kategorie dieses Gedicht am besten passt, deshalb sind es mehrere. So könnt ihr entscheiden, ob es gerade Eure Gottesbeziehung, die Sehnsucht nach einem Partner oder doch nur den Wetterbericht wiederspiegelt. Ist übrigens auch ein Klassiker – der März `02 muss besonders grau gewesen sein…

Grau ist der Himmel.
Grau ist der schmutzige Schnee.
Grau sind die Wälder.
Grau ist das Gras.

Grau ist der Aufgang der Sonne.
Grau ist ihr Untergang.
Grau steht der Mond am Himmel.
Grau ziehen die Wolken.

Grau sind die Gesichter.
Grau sind die Gedanken dahinter.
Grau sind meine Gefühle.
Grau ist der Winter.

Wo ist das strahlende Blau?
Wo ist das duftende Weiß?
Wo ist das saftige Grün?
Wo sind die blühenden Farben?

Wo ist das wärmende Gelb?
Wo ist das leuchtende Rot?
Wo ist das helle Licht?
Wo ist eine Lücke im Grau?

Wo ist das Lachen?
Wo sind heitere Gedanken?
Wo ist das Glück?
Wo ist der Frühling?

Wo bist Du?

Veröffentlicht in:  on 18. Januar 2009 at 21:36 Kommentar schreiben

Weihnachten

gekommen
zur Welt
um zu lieben

geboren
in Armut
statt zu triumphieren

gelebt
zu dienen
statt zu herrschen

gesprochen
zu heilen
statt zu zerstören

gestorben
zu vergeben
statt zu richten

gekommen
zu Dir
um zu lieben

Warum noch ein Weihnachtsgedicht? Weil das erste vom letzten Jahr ist…

Veröffentlicht in:  on 22. Dezember 2008 at 21:28 Kommentar schreiben

weg

Solche Gedanken hat jeder mal„, sagt eine Freundin über diesen Text. Mir kommen sie vor allem, wenn ich von Menschen und mir selbst enttäuscht bin. In solchen Momenten ist das, was mir hilft, die Gegenwart einer Person, die mich wirklich kennt und liebt. In einsamen Momenten ist das Gott, aber da sind auch andere Menschen, Freunde und Geschwister – Gott hat sie uns zur Seite gestellt, und dafür bin ich immer wieder dankbar.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte alles hinter mir lassen,

Mich in ein schnelles Auto setzen und bis zum Ende der Straßen fahren,

Mit einem Flugzeug so hoch fliegen, dass ich den Grund nicht mehr sehe,

Auf einem Schiff dahin segeln, wo das Meer am einsamsten und endlosesten scheint.

Irgendwo neu anfangen, wo nichts mich daran erinnert, was mich festhält, was meine Seele belastet.

An einem Ort, wo ich alle meine Verletzungen, meine Sorgen und meine Fehler vergessen kann.

Ich wünsche mir, alleine zu sein, ohne meine Gedanken, ohne meine Gefühle.

Doch ich merke, dass es nicht geht,

Weil all das mit mir im Auto fährt,

Weil all das der Grund ist, auf dem ich stehe,

Weil die Einsamkeit das Fehlen der Liebe ist,

Und dann wünsche ich mir nur noch, zu Dir zu rennen,

Mich in Deiner Umarmung zu verlieren,

Meine Sorgen und Nöte in Deiner Liebe schmelzen zu sehen,

Meinen Kummer und meine Tränen an Deiner Schulter loszulassen,

Meine Wunden durch Deine Berührung zu heilen,

Mein gebrochenes Herz bei Dir zu flicken.

Und dann bist Du da.

Veröffentlicht in:  on 10. August 2008 at 23:26 Kommentar schreiben

Reisegedanken

In letzter Zeit bin ich viel mit dem Zug unterwegs. Dieses Gedicht entstand auf dem Weg von Hamburg nach Darmstadt. Links von mir zieht halb Deutschland am Fenster vorbei, rechts von mir ist ein leerer Platz. Oder doch nicht?

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg zu Dir

vielleicht denkst Du auch an mich

vielleicht wartest Du auf mich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg von Dir

vielleicht verabschiedest Du mich

vielleicht vermisst Du mich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg mit Dir

vielleicht leg ich meinen Arm um Dich

vielleicht küsse ich Dich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

Veröffentlicht in:  on 19. Juli 2008 at 1:21 Kommentar schreiben

Komm, Herr Jesus!

In der Pfingstpredigt ging es um die Frage, ob wir nicht zu wenig mit dem Heiligen Geist „Komm, Herr Jesus!“ beten. Ich frage mich, warum nicht?

Freue ich mich nicht auf Dein Kommen?

Sehne ich mich nicht nach Deiner Nähe?

Wünsche ich mir nicht Deine Umarmung?

Suche ich nicht Deine Liebe?

Will ich nicht mein ganzes Leben bei Dir sein?

Suche ich nicht nach Deinem Weg?

Wünsche ich mir nicht, Dich zu sehen?

Sehne ich mich nicht nach Deinen Worten?

Oder erinnere ich mich zu selten daran?

Veröffentlicht in:  on 11. Mai 2008 at 15:37 Kommentar schreiben

Wer bin ich?

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, woher ich komme, wie ich war (und bin) und wie weit mich Gott gebracht hat, wie sehr er mich verändert und womit er mich beschenkt, bin ich überwältigt. So, als ich am Ufer Stand, Schiffe beobachtete, die riesengroß den Hafen verlassen, um dann am Horizont doch nicht mehr als ein kleines Licht im tiefen Schwarz der Ostsee zu werden. Daher die erste Zeile. Plötzlich bin auch ich ganz klein. Allein verloren, aber von Gott geliebt, getragen und beschenkt.

Ein einsames Boot, verloren im Meer

Du gibst mir Land

Ein kaputter Krüppel, unfähig zu gehen

Du lässt mich tanzen

Ein armes Waisenkind, niemals geliebt

Du bist mir Vater und Mutter

Ein Versager, voll von Fehlern

Du schenkst den Sieg

Ein kranker Sünder, beladen mit Schuld

Du vergibst mir

Ein schwacher Mensch, bedrückt von Sorgen

Du lässt mich aufatmen

Ein kleines Etwas, vollkommen unbeachtet

Du stellst mich in die Mitte

Veröffentlicht in:  on 20. April 2008 at 22:49 Kommentar schreiben

Merkzettel

Mein Gott,

alles was ich bin und habe kommt von Dir.

Lass mich das niemals vergessen.

Lass mich nicht vergessen,

dass allein Deine Gnade mich am Leben hält.

Lass mich nicht vergessen,

dass allein Deine Liebe mir Erfüllung schenkt.

Lass mich nicht vergessen,

dass Du alle meine Wege bestimmst.

Lass mich das nicht vergessen,

wenn nur der alltägliche Trott mich beschäftigt.

Lass mich das nicht vergessen,

wenn Enttäuschung und Leid meinen Weg zeichnen.

Lass mich das nicht vergessen,

wenn Freude und Lachen mein Leben bestimmen.

Veröffentlicht in:  on 13. April 2008 at 17:35 Kommentar schreiben