weg

Solche Gedanken hat jeder mal„, sagt eine Freundin über diesen Text. Mir kommen sie vor allem, wenn ich von Menschen und mir selbst enttäuscht bin. In solchen Momenten ist das, was mir hilft, die Gegenwart einer Person, die mich wirklich kennt und liebt. In einsamen Momenten ist das Gott, aber da sind auch andere Menschen, Freunde und Geschwister – Gott hat sie uns zur Seite gestellt, und dafür bin ich immer wieder dankbar.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte alles hinter mir lassen,

Mich in ein schnelles Auto setzen und bis zum Ende der Straßen fahren,

Mit einem Flugzeug so hoch fliegen, dass ich den Grund nicht mehr sehe,

Auf einem Schiff dahin segeln, wo das Meer am einsamsten und endlosesten scheint.

Irgendwo neu anfangen, wo nichts mich daran erinnert, was mich festhält, was meine Seele belastet.

An einem Ort, wo ich alle meine Verletzungen, meine Sorgen und meine Fehler vergessen kann.

Ich wünsche mir, alleine zu sein, ohne meine Gedanken, ohne meine Gefühle.

Doch ich merke, dass es nicht geht,

Weil all das mit mir im Auto fährt,

Weil all das der Grund ist, auf dem ich stehe,

Weil die Einsamkeit das Fehlen der Liebe ist,

Und dann wünsche ich mir nur noch, zu Dir zu rennen,

Mich in Deiner Umarmung zu verlieren,

Meine Sorgen und Nöte in Deiner Liebe schmelzen zu sehen,

Meinen Kummer und meine Tränen an Deiner Schulter loszulassen,

Meine Wunden durch Deine Berührung zu heilen,

Mein gebrochenes Herz bei Dir zu flicken.

Und dann bist Du da.

Veröffentlicht in: on 10. August 2008 at 23:26 Kommentar schreiben

Reisegedanken

In letzter Zeit bin ich viel mit dem Zug unterwegs. Dieses Gedicht entstand auf dem Weg von Hamburg nach Darmstadt. Links von mir zieht halb Deutschland am Fenster vorbei, rechts von mir ist ein leerer Platz. Oder doch nicht?

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg zu Dir

vielleicht denkst Du auch an mich

vielleicht wartest Du auf mich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg von Dir

vielleicht verabschiedest Du mich

vielleicht vermisst Du mich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

vielleicht bin ich auf dem Weg mit Dir

vielleicht leg ich meinen Arm um Dich

vielleicht küsse ich Dich

vielleicht

die Landschaft fliegt vorbei

Veröffentlicht in: on 19. Juli 2008 at 1:21 Kommentar schreiben

Freund

David trauerte um seinen Freund Jonatan mit den Worten „Deine Liebe ist mir wundersamer gewesen, als Frauenliebe ist.“ (2. Sam. 1,26b) Ehrlich gesagt kann ich ihm da nur zustimmen. Ich habe keine Ahnung, wie Freundschaft entsteht und was ich zu meinen Freundschaften beitrage, aber ich weiß, dass ich unglaublich viel aus ihnen bekomme.

Du bist da für mich

Ohne das ich frage

Du liebst mich

Ohne das ich wünsche

Du hilfst mir

Ohne das ich bitte

Du tröstest mich

Ohne das ich weine

Du empfängst mich

Ohne das ich klopfe

Du verstehst mich

Ohne das ich begreife

Du bist Freund

Ohne das ich etwas tue

Veröffentlicht in: on 16. Juli 2008 at 20:58 Kommentar schreiben

Herzklopfen

Es klopft gegen Mauern aus Enttäuschungen.

Es klopft gegen mit Ängsten verriegelte Türen.

Es klopft gegen die Schranken des Verstandes.

Es klopft gegen Grenzen der Unterdrückung.

Es klopft leise im Lärm des Alltags.

Es klopft laut in der Stille der Einsamkeit.

Es klopft langsam in der Resignation.

Es klopft schnell in der Hoffnung.

Wer wird öffnen?

Veröffentlicht in: on 21. Juni 2008 at 19:47 Kommentar schreiben

Mauerblümchen

Mein erstes Gedicht. Und ich muss sagen, dass die Blume heute noch genau so schön blüht wie damals.

Auf einer Mauer blüht eine Blume,

zarter als ein Gänseblümchen.

Die Blüte schöner als die der Rosen,

in Farben schillernder als Orchideen,

die Blätter schlanker als die der Lilien.

Sie blüht im Frühling mit den Narzissen,

im Sommer mit Kornblumen und Mohn,

im Herbst, wenn die Blätter bunt sind

und im Winter mit den Eisblumen.

Am Tage strahlt sie in der Sonne,

nachts leuchtet sie wie die Sterne.

Wer an ihr vorübergeht und sie betrachtet,

dem blüht das Herz.

Ich will sie in meinen Garten setzen,

doch sind ihre Wurzeln tief im Stein.

Riss ich sie aus und stellte sie in mein Fenster,

wie lange noch würde ihre Blüte sein?

Veröffentlicht in: on 16. Mai 2008 at 17:55 Kommentar schreiben

Komm, Herr Jesus!

In der Pfingstpredigt ging es um die Frage, ob wir nicht zu wenig mit dem Heiligen Geist „Komm, Herr Jesus!“ beten. Ich frage mich, warum nicht?

Freue ich mich nicht auf Dein Kommen?

Sehne ich mich nicht nach Deiner Nähe?

Wünsche ich mir nicht Deine Umarmung?

Suche ich nicht Deine Liebe?

Will ich nicht mein ganzes Leben bei Dir sein?

Suche ich nicht nach Deinem Weg?

Wünsche ich mir nicht, Dich zu sehen?

Sehne ich mich nicht nach Deinen Worten?

Oder erinnere ich mich zu selten daran?

Veröffentlicht in: on 11. Mai 2008 at 15:37 Kommentar schreiben

Wer bin ich?

Manchmal, wenn ich darüber nachdenke, woher ich komme, wie ich war (und bin) und wie weit mich Gott gebracht hat, wie sehr er mich verändert und womit er mich beschenkt, bin ich überwältigt. So, als ich am Ufer Stand, Schiffe beobachtete, die riesengroß den Hafen verlassen, um dann am Horizont doch nicht mehr als ein kleines Licht im tiefen Schwarz der Ostsee zu werden. Daher die erste Zeile. Plötzlich bin auch ich ganz klein. Allein verloren, aber von Gott geliebt, getragen und beschenkt.

Ein einsames Boot, verloren im Meer

Du gibst mir Land

Ein kaputter Krüppel, unfähig zu gehen

Du lässt mich tanzen

Ein armes Waisenkind, niemals geliebt

Du bist mir Vater und Mutter

Ein Versager, voll von Fehlern

Du schenkst den Sieg

Ein kranker Sünder, beladen mit Schuld

Du vergibst mir

Ein schwacher Mensch, bedrückt von Sorgen

Du lässt mich aufatmen

Ein kleines Etwas, vollkommen unbeachtet

Du stellst mich in die Mitte

Veröffentlicht in: on 20. April 2008 at 22:49 Kommentar schreiben

Herr

Für gewöhnlich reden wir Gott ja mit „Vater“ an. Die Frage ist, wie sind wir dabei vom Bild unseres leiblichen Vaters geprägt? Und ist Gott nicht eigentlich viel mehr, viel größer?

Du bist wie der Wind, ich kann Dich nicht greifen.

Du bist wie das Meer, ich kann Dich nicht fassen.

Du bist wie die Berge, ich kann Dich nicht überschauen.

Du bist wie die Sonne, die meine Tage erhellt.

Du bist wie der Mond, der mir in dunkler Nacht leuchtet.

Du bist wie eine Höhle, die mir Schutz bietet.

Du bist wie ein Vater, Du gibst mir, was ich brauche.

Du bist wie eine Mutter, Du schenkst mir Liebe.

Du bist wie ein Freund, Du baust mich auf.

Du bist Herr.

Veröffentlicht in: on 17. April 2008 at 20:42 Kommentar schreiben

Radio

Und was macht man, wenn das Wetter schlecht ist? Man hört Radio, dann fühlt man sich auch gleich viel besser, oder?!?

You tell me that you are my friend.

You say you will be until the end.

You tell me that you care.

You say you will be there.

But I turn you off and you are gone.

I turn a switch and I’m alone.

-§-

You tell me that you love me.

You say everlasting it will be.

You tell me that you need me.

You say I should be with thee.

But I turn you off and you are gone.

I turn a switch and I’m alone.

-§-

You tell me you will take me everywhere.

You say salvation will be there.

You tell me you will stand by me.

You say where I am you will be.

But I turn you off and you are gone.

I turn a switch and I’m alone.

-§-

Could you take me to a place where I don’t need to fear the silence?

Could I talk to you like to my friends?

Could you understand my part?

Could you fill the emptiness in my heart?

I turn you off and you are gone.

I turn a switch and I’m alone.

Veröffentlicht in: on 13. April 2008 at 18:44 Kommentar schreiben

Jesaja

Ein Gedicht zu Jesaja 53, 3-5.

DU warst der Allerverachteste

ich habe Angst, wegen Dir mein Gesicht zu verlieren

DU trugst unsere Schuld und Krankheit

ich breche unter meiner eigenen Last

DU ertrugst Spott und Hohn

ich bin lieber bei den Spöttern

DU gingst für mich in den Tod

ich schrecke vor dem kleinsten Schritt zurück

DU bittest für Deine Feinde

ich vergesse sogar meinen Bruder

DU liebst die ganze Welt

ich kann nicht mal mich selber lieben

DU gabst Dich selbst hin

ich halte fest, was nicht einmal meins ist

Veröffentlicht in: on at 17:59 Kommentar schreiben